Zu wenig Zusatzaufträge: Auch Trierischer Volksfreund schließt Druckerei

Die wegen Corona schwierige Auftragslage für Fremdproduktionen und die immer geringer werdenden Druckauflagen läßt immer mehr Zeitungsverlage ihre Druckereien schließen. Jüngst auch in Trier. Die dortige Druckerei wird geschlossen, gedruckt wird zukünftig in Saarbrücken. Der Trierische Volksfreund gehört zur Saarbrücker Zeitungsgruppe.

Betroffen von der Schließung der Druckerei in Trier wären 36 Mitarbeiter, hieß es. Wie die Geschäftsführer des Trierischen Volksfreunds mitteilten, sei es nicht weiter möglich, bei rückgängigen Print-Auflagen zwei Druckereien wirtschaftlich zu betreiben – eine in Trier und eine in Saarbrücken. Die beiden Druckereien lägen nur 100 Kilometer voneinander entfernt. Die Entscheidung zur Verlagerung der Druckerei habe keinerlei Auswirkungen auf die Redaktion, so die Geschäftsführung. Schon jetzt würden einzelne Ausgaben des Volksfreunds in Saarbrücken gedruckt – ohne dass sich dies auf die Logistik auswirke.

Es sei in der Corona-Lage schwierig, neue, größere Aufträge zu gewinnen, um die Druckerei in Trier auszulasten. Aber nur am Standort Saarbrücken bestehe aufgrund der drucktechnischen Ausstattung die Möglichkeit, beide Tageszeitungen parallel zu drucken: den Trierischen Volksfreund und die Saarbrücker Zeitung. Die Druckmaschine in Trier reiche für den Druck dieser Gesamt-Auflage nicht aus. Der Trierische Volksfreund erscheine mit fünf Lokalausgaben in einer täglichen Auflage von bis zu 69.000 Exemplaren und erreiche 200.000 Leserinnen und Leser.

Erst 2014 war in Trier eine für hochqualitativen Zeitungs- und Semicommercialdruck ausgestatteten Kompaktrotation KBA Cortina in Betrieb gegengen. Damit wollte man in Trier den eigenen Zeitungstitel stärken und das Produktionsspektrum deutlich erweitern. Die doppeltbreite KBA Cortina mit einer Abschnittlänge von 510 mm, einer maximalen Bahnbreite von 1.400 mm und einer Produktionsleistung von 85.000 Expl./h kann bis zu 32 Broadsheet- bzw. 64 Tabloid-Seiten vierfarbig drucken.

Die Zeitung wurde 1875 von Nikolaus Koch und Nikolaus Philippi gegründet. Ursprünglich als Trierisches Anzeigenblatt verlegt, erschien die Zeitung zunächst dreimal wöchentlich, später dann täglich. Am 25. September 1878 erschien die Zeitung erstmals unter dem Titel Trierischer Volksfreund, ab 1903 sogar zweimal täglich.
Seit 2013 wird die Zeitung von der Rheinischen Post Mediengruppe verlegt, die über die Saarbrücker Zeitung Verlag und Druckerei die Mehrheit übernommen hat. Zuvor gehörte das Blatt zur Verlagsgruppe Holtzbrinck, die seit 1974 eine 15-Prozent-Beteiligung am Trierischen Volksfreund gehalten hatte. Nach dem Tod der Verlegerin Luise Koch 1993 kamen die Gesellschaftsanteile des Unternehmens schließlich ganz zur Saarbrücker Zeitung Verlag und Druckerei, an dem die Holtzbrinck-Gruppe einen Mehrheitsanteil von 52,33 Prozent hielt. Dieser Anteil wurde im Laufe des Jahres 2012 an den Mitgesellschafter GSB übertragen und anschließend an die Rheinische Post Mediengruppe verkauft.

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