ADAC Motorwelt: Zwei Millionen Hefte für die Mülltonne

Der ADAC verbrannte 60 Millionen Euro im Jahr, weil er den Mitgliedern die Vereinspostille „ADAC Motorwelt“ nach Hause lieferte. Seit Neuestem liegen die Hefte zum Abholen in Supermärkten aus – und verstauben im Regal. Laut Recherchen der WirtschaftsWoche bleibt der ADAC auf der Hälfte der Auflage seines Mitgliedermagazins „ADAC Motorwelt“ sitzen. Das seien laut Insiders aus dem Automobil-Club von der Gesamtauflage von vier Millionen zwei Millionen Hefte.  Die Magazine liegen in den Supermärkten von Edeka und Netto sowie den ADAC-Geschäftsstellen aus.

Der ADAC wollte diese Zahlen weder bestätigen noch dementieren und erklärte auf Anfrage der WirtschaftsWoche: „Mit der im Jahresverlauf sehr positiven Entwicklung sind wir angesichts der Rahmenbedingungen, die teilweise stark durch die Pandemie bestimmt wurden, sehr zufrieden. Die Mitglieder reagieren auf die neue Motorwelt ausgesprochen positiv.“

Die „Motorwelt“ war bis Ende 2019 mit einer Auflage von mehr als 13 Millionen Exemplaren das größte Magazin Europas. Doch Produktion und Versand zu den Mitgliedern nach Hause kosteten den ADAC 90 Millionen Euro im Jahr – nur 30 Millionen kamen durch Anzeigen in die Kasse.

Aus Kostengründen lagerte der Club die Produktion des Magazins an den Burda-Verlag aus. Die „Motorwelt“ erscheint jetzt nicht mehr monatlich, sondern vierteljährlich. ADAC-Mitglieder müssen ihren Vereinsausweis vorzeigen, um das Heft zu bekommen. Der Burda-Verlag erklärte auf Anfrage: „Die ADAC Motorwelt ist in der Marktbetrachtung ein sehr erfolgreiche Neueinführung.“

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