Weil Gruner+Jahr Medien-Bauchladen aufräumt: Ex-Ifra-Präsident Horst Pirker als Magazinverleger

 

Der ehemalige IFRA-Präsident und nunmehrige News-Ge­schäftsführer Horst Pirker hat von der Bertelsmann-Tochter Gruner+Jahr die Mehrheit an der österreichischen Verlags­gruppe News (VGN). Der deutsche Medienkonzern hielt durchge­rechnet 56 Prozent am größten österreichischen Magazinverlag.

Pirker war von 1999 bis September 2010 Vorstandsvorsitzender der Styria Media Group und von 2004 bis 2010 Präsident des österreichi­schen Zeitungsherausgeberverbandes. Auffassungsunterschiede mit den Eigentümervertretern über die zukünftige Ausrichtung der Styria Media Group veranlassten Horst Pirker im September 2010 das Unternehmen zu verlassen. Pirker hätte sonst ab Jänner 2011 nach dem Zusammenschluss der INFRA mit der WAN die Präsi­dentschaft des Weltzeitungsverbandes WAN-Ifra übernehmen sol­len. Zum 1. Februar 2012 trat er als CEO in die Geschäftsführung des Entsorgungs- und Dienstleistungsunternehmens Saubermacher ein. Nach diesem Ausflug in die Abfallwirtschaft wechselt Pirker per 20. Mai 2014 in die Geschäftsführung der Verlagsgruppe News und somit zurück in das Mediengeschäft.

Pirker übernimmt die Gruner+Jahr-Anteile mit seiner I-MAG Betei­ligungsgmbH. Über Kaufpreis und Finanzierung der Übernahme wurden keine Details bekannt. Weitere Gesellschafter der Verlags­gruppe News, sind die „Kurier“-Mediengruppe, die 25,3 Prozent an der VGN hält, und die Fellner-Brüder, die über eine reine Finanzbe­teiligung 18,7 Prozent der Anteile besitzen. Konkret übernahm Pir­ker den 75-Prozent-Anteil von Gruner+Jahr in der Beteiligungsge­sellschaft. Diese hält wiederum 74,7 Prozent an der Verlagsgruppe News, was durchgerechnet etwa 56 Prozent entspricht.

Der Umsatz der News-Gruppe betrug zuletzt um die 90 Millionen Euro. 2014 und 2015 machte das Medienunternehmen jeweils rund fünf Millionen Euro operativen Verlust. Spätestens 2017 will Pirker die News-Gruppe wieder in die Gewinnzone bringen. Am Wochen­magazin „News“ hält Pirker fest, eine Einstellung ist nicht geplant.

Für Gruner+Jahr ist der Ausstieg aus Österreich der nächste lo­gische Schritt im Transformationsprozess. Aus unrentablen Ländern wie Polen, Russland, Rumänien, Ungarn und den USA hat man sich in den vergangenen Jahren bereits zurückgezo­gen. Bertelsmann und seine Zeitschriften-Tochter konzentrierten sich auf den digitalen Umbau und mit Titeln wie „Barbara“ oder „Stern Crime“ auf den Ausbau des Magazinangebots im Kernmarkt Deutschland.

Gruner+Jahr-Chefin Julia Jäkel begründete den Schritt mit der Kon­zentration auf die Kernmärkte des deutschen Medienverlags. „Wir sind mit Entschiedenheit dabei, alle unsere Geschäfte darauf zu prü­fen, wie sie zu dem sich neu formenden Gruner+Jahr passen. Unser strategischer Schwerpunkt liegt dabei auf der Transformation aller unserer Geschäfte, zuvorderst in den Kernmärkten Deutschland und Frankreich, und raschem digitalen Wachstum“, so Jäkel.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

*