Walliser Bote: Weltweit erste volldigitale Zeitungsproduktion

DIGITALDRUCK  Installationen/Anwendungen

(Oktober 2015) Am 15. Juli vergangenen Jahres, 23 Uhr, war es so weit. Bei der Mengis Druck AG in im schweizerischen Visp war Produktionsbeginn der Donnerstagausgabe des Walliser Boten, der weltweit ersten Tageszeitung, die ausschließlich im Digitaldruck hergestellt wird.
„Der Digitaldruck und seine Einsatzmöglichkeiten“ – unter diesem Titel hatte Nicolas Mengis 1997 an der Technikerschule Grafische Branche in Basel seine später auch in Buchform veröffentlichte Diplomarbeit verfasst. 18 Jahre später verantwortet er als Verwaltungsratspräsident der Mengis-Gruppe den Umstieg auf den digitalen Zeitungsdruck.
Der Walliser Bote versorgt das Oberwallis, weltbekannt sind Zermatt und das Matterhorn, mit Nachrichten. Die Traditionszeitung erscheint Montag bis Samstag, aktuelle tägliche Auflage über 22.000 Exemplare. Die bisherige Zeitungsdruckmaschine hatte nach 32 Jahren ausgedient. Außerdem sind sinkende Auflagen und die gewünschte höhere Regionalisierung Gründe für den produktionstechnischen Umstieg. Ebenso wichtig ist der wirtschaftliche Aspekt, denn variable Druckerzeugnisse sollen die neue Produktionslinie auslasten. Neben dem „Walliser Boten“ werden weitere Zeitungen und auch noch andere Drucksachen produziert werden. Als Beispiel nennt Martin Seematter, Leiter der Mengis Druck AG, die Herstellung von Buchblocks, Mailings, Signaturen oder Print-Produkte für die personalisierte Werbung. „Im Moment arbeiten wir aktiv daran, unsere Firma für die Zukunft in eine lokale Druckerei für die Digitalproduktion zu verwandeln.“
Die Drucktechnologie dazu stammt von Hewlett Packard. Gedruckt wird einer  Color-Inkjet-Rollendruckmaschine des Typs HP T400. Manroland web systems liefert den format- und abschnittvariablen Falzapparat „FoldLine“ sowie die Software für Druckweiterverarbeitung und Gesamtintegration des Workflows, Müller Martini die Versandtechnologie.
Das „Leuchtturmprojekt“, wie Alois Hochstrasser, Direktor Müller Martini Marketing, die Pilotanlage nannte umfasst neben der Druckmaschine und dem Falzsystem einen Versandraum von Müller Martini. Dessen Herzstück ist das Einstecksystem namens Alphaliner mit automatisch beschicktem Hauptblattanleger und zwei Beilagenanlegern sowie Inkjet-Adressierung, Kreuzleger „Printstack“, Touren-Adress-Blatt-Auflage „Taba-F“, Kreuzumreifung und Leitsystem „Connex.Mailroom“.
Möglich ist der Zeitungsdruckworkflow auch dank der Falztechnologie der FoldLine von Manroland  mit einer Bahnbreite von 1.060 mm. Neben der Hardwaregüte beweist manroland web systems umfassende System- und Softwarekompetenz: MasterQ sortiert die Jobdaten für die Auftragsabwicklung und WorkflowBridge arbeitet als intelligenter Finishing Controller.

Das hauseigene MIS System von Mengis beliefert die manroland web systems Software MasterQ mit Jobdaten für die Zeitungsproduktion, um für die intelligente Auftragssortierung zu sorgen. So können die Eigenschaften der digitalen Druck- und Finishinglinie für eine höchst effiziente Produktion berücksichtigt werden. Diese Jobsortierung und -priorisierung wird durch kundenspezifisch hinterlegte Algorithmen und Prioritäten erzielt. Dabei werden neben dem Finishing auch das Digitaldrucksystem und andere an der Produktion beteiligte Komponenten in die Jobverwaltung mit einbezogen. WorkflowBridge von manroland web systems kontrolliert das Finishing und wird -ebenso wie der Drucker- mit aktuellen Jobdaten aus der MasterQ versorgt. Tief integriert, sorgt die „WorkflowBridge“ für die vollautomatische Einstellung der gesamten Finishing-Konfiguration.

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