Ungarn: Alle Regionalblätter in Regierungshand

Autokrat Viktor Orban baut mit zwei Übernahmen seine Medienmacht weiter aus.

In Ungarn scheint durch zwei Firmenübernahmen mittlerweile der komplette Regionalblattmarkt in regierungsnahe Hände gelangt sein, berichten Medien. Die Regionalzeitungen gehören traditionell zu den wichtigsten Medien in den ländlichen Regionen Ungarns.

Die „Übernahme“ der Regionalzeitungen hatte im vergangenen Herbst mit dem Verkauf des Verlagshauses Mediaworks durch die Firma Vienna Capital Partners (VCP) des Wiener Investors Heinrich Pecina an ein ungarisches Unternehmen begonnen, das dem regierungsnahen Oligarchen Lörinc Meszaros nahe steht. Das Mediaworks-Portfolio beinhaltet einen großen Teil der ungarischen Regionalzeitungen.

Im heurigen Sommer ist es nun Filmmogul Andy Vajna gelungen, die Firma Lapcom zu übernehmen, die zwei weitere auflagenstarke Regionalblätter sowie die Boulevardzeitung „Bors“ zu ihrem Portfolio zählt, berichten ungarische Medien. Der erfolgreiche Hollywood-Produzent („Rambo“-Filme, „Total Recall“, „Evita“) ist seit Jahren in Ungarn als Regierungsbeauftragter für die Filmwirtschaft tätig und besitzt außerdem den großen Privatfernsehsender TV2.

Fast gleichzeitig veräußerte der Vorarlberger Medienkonzern Russmedia ihre ungarischen und rumänischen Regionalzeitungen an die neu gegründete Firma Media Development Management, wie das Schwarzacher Unternehmen („Vorarlberger Nachrichten“) selbst bekanntgab. An MDM sind wiederum erneut Pecina bzw. dessen Partner bei VCP mittelbar beteiligt.

 

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