Spiegel und Spiegel Online starten Bezahlangebot Spiegel Plus

Medien Verlage

Der Spiegel sowie die Schwesterredaktion Spiegel Online haben ihr Bezahlangebot gestartet: Unter der Marke Spiegel Plus stellt das Haus seinen Web-Lesern zukünftig ausgewählte Inhalte aus dem Print-Magazin sowie „besondere Artikel“ von Spiegel Online gegen Geld zur Verfügung.
Das Angebot von Spiegel Plus ist ab sofort abrufbar, Bezahlartikel der Seite werden zukünftig gekennzeichnet, sind aber auch gesondert auf der Spiegel-Plus-Seite abrufbar. Angeboten wird jeder Artikel für 39 Cent (und damit günstiger als beispielsweise Print-Artikel im E-Kiosk Blendle), bezahlen müssen Leser erst dann, wenn sie einen Einkaufswert von fünf Euro überschreiten. Wer Laterpay noch nie genutzt hat, wird spätestens dann aufgefordert, seine Daten (Konto-,Kreditkarten- oder Paypal-Daten) einzutragen. Bei allen Artikeln sind die ersten 1.000 Worte frei lesbar, danach müssen die AGBs sowie Datenschutzbestimmungen von Laterpay akzeptiert werden, wenn man weiterlesen will.
Spiegel Plus ist nicht mit bestehenden Abonnenten-Daten gekoppelt. Das bedeutet: Print-Abonnenten können die Laterpay-Stücke nicht automatisch kostenlos lesen, sondern müssen das E-Paper des Digital-Spiegel nutzen, wenn sie nicht doppelt zahlen wollen. Das Angebot soll sukzessive um Wochen- oder Monatspässe ausgebaut werden. Spiegel Online betont, dass der Großteil des Nachrichtenangebotes weiterhin kostenfrei zur Verfügung stehen und durch Werbung finanziert werden soll. Die kostenpflichtigen Stücke werden aber nicht im Gegenzug werbefrei angeboten.“Wir gehen davon aus, dass wir in Umfeldern von Beiträgen, für die die Leser bezahlt haben, höhere Werbepreise erzielen können“, erklärt Spiegerl-Verlagsgeschäftsführer Thomas Hass.
Florian Harms, Chefredakteur von Spiegel Online, erklärt den Start von Spiegel Plus zum „Auftakt für den schrittweisen Ausbau unseres digitalen Bezahlangebots“. Nun beginne eine Phase des Experimentierens, Messens und Lernens, in der wir Spiegel Plus inhaltlich, technisch und optisch weiterentwickeln und optimieren wollen.“
Mit dem Bezahlsystem von Laterpay experimentieren derzeit ein paar Medienhäuser wie die Hamburger Morgenpost oder das Fachmagazin Journalist. Deutlich höhere Einnahmen wurden dadurch aber bislang nicht erzielt. Verbreiteter ist Laterpay in der Bloggerszene. Ein wichtiger Vorteil des Bezahlmodells: Dadurch, dass der Zugriff auf Laterpay-Artikel grundsätzlich für alle Nutzer möglich ist, und eben nicht in einer extra für Abonnenten oder Mitglieder errichteten Zone liegen, muss die Reichweite nicht negativ beeinträchtigt werden.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

*