P.V.S.: Großinvestition bei den Prospekt-Milliardären

ENDSTUFE  Installationen
(Oktober 2015) Weil die Prospekt Versand Service (P.V.S.) im ungarischen Sopron 2014 ein Rekordjahr verzeichnet, hat der Einsteckspezialist für Werbebeilagen nach einem Hochleistungs-Einstecksystem Integro mit Doppelnutzen-Funktion, zwei AlphaLinern und sechs Bilinern nun auch in einen neuen FlexLiner von Müller Martini investiert. Das neue System hat Ende Februar 2015 seinen Betrieb aufgenommen.
Für Haushalte in Österreich, Deutschland, Holland, Schweden, Ungarn, Tschechien und Kroatien verarbeitet P.V.S. in Sopron jährlich mehr als eine Milliarde Prospekte mit einem Gesamtgewicht von rund 35 000 Tonnen. Das sind gut vier Millionen Exemplare oder nahezu 130 Tonnen pro Arbeitstag – Tendenz steigend. „Weil die Akzeptanz von Werbeprospekten ungebrochen ist und die Auftragsvolumen unserer bestehenden Kunden deutlich gestiegen sind, verzeichnen wir 2014 ein Rekordjahr“, sagt Erich Romano, der das Unternehmen 1991 mit seinem Geschäftspartner Johann Ungerböck gegründet hat.
Ausganglage für den Erfolg war eine simplen Idee der beiden: Damit die Werbetreibenden Zustellgebühren sparen konnten, fassten Romano und Ungerböck für ihre Auftraggeber Prospekte zu einem Bündel zusammen, sortierten und ordneten sie und lieferten sie eingeklebt in einen Umschlag an die Haushalte. fast ein Vierteljahrhundert später hat sich das Geschäftsmodell zwar verfeinert, das Grundprinzip ist aber das gleiche geblieben
Denn die von Erich Romano als Geschäftsführer geleitete P.V.S., deren Hauptsitz sich im burgenländischen Müllendorf (Standort von Österreich größter Druckerei, der Druckerei-Gruppe, die Leykam Lets Print) befindet, produziert heute in ihrem 2007 eröffneten Werk in Sopron (sieben Kilometer von der österreichischen Grenze entfernt) mit Beilagen versehene Werbeprospekte. Zahlreiche prominente Grosshandelsketten wie beispielsweise XXXLutz, Kika und Leiner lassen diese bei P.V.S. in Auflagen zwischen 100.000 und 10 Millionen Exemplaren fertigen – wobei die Produkte in Deutschland und Österreich nahezu ausnahmslos in Zeitungen eingesteckt werden.
Mit den bis zu acht Beilagen und eingesteckten Karten machen sie auf Verkaufsaktionen aufmerksam und erhöhen damit die Attraktivität ihres Werbeprospekts. Die Zahl und Art der Beilagen, die gelegentlich auch grösser sind als das Hauptblatt, variiert je nach regional unterschiedlichen Verkaufsaktionen sowie der Geo-Daten, die ebenfalls einen großen Einfluss auf die bis zu 125 verschiedenen Zonen haben. Die Form des Hauptblatts geht dabei von einem dünnen gefalzten A4-Blatt bis hin zu 96 Seiten.
„Viele Druckereien sind von ihrem Maschinenpark her gar nicht in der Lage, solch grosse Mengen einzustecken“, begründet Erich Romano das Erfolgsrezept seines Betriebs. „Kommt hinzu dass wir in der Lage sind, die großen Mengen in kürzester Zeit zu produzieren. Wegen der Aktualität (Preiskampf unter den Handelsketten!) müssen die Prospekte unserer Kunden nämlich immer schneller oder höhere Auflagen in gleichen Zeitraum ausgeliefert werden.“
Damit nicht nur der Einsteckprozess, sondern auch die Auslieferung perfekt klappt, befindet sich bei P.V.S. in Sopron schon seit 2008 das erste Hauptpostamt der Österreichischen POST AG außerhalb Österreichs – „eine Win-Win-Situation für die Post und für uns“, wie Erich Romano betont.
Um die stetig steigenden Mengen, vertraut die in Sopron 55 Mitarbeiter von Montag bis Freitag im Drei-Schicht-Betrieb beschäftigende P.V.S. seit mehreren Jahren auf Einstecksysteme von Müller Martini. Neben sechs Bilinern und zwei AlphaLinern läuft auch ein Integro 300 mit zwei Doppel- und drei Einzelanlegern, die mittels Streamfeeder beschickt werden, sowie einem Kreuzleger Robusto. Es war dies die weltweit erste Einsteckmaschine dieses Typs. „Ohne den vor zwei Jahren in Betrieb genommenen Integro“, so der erfolgreiche österreichische Unternehmer, „könnten wir all diese Aufträge unmöglich bewältigen.“
Doch nun kommt auch der Integro an seine Kapazitätsgrenzen. Deshalb investiert P.V.S. mit dem FlexLiner in sein zehntes Einstecksystem von Müller Martini. Für den FlexLiner, von dem Erich Romano seit der Premiere an der drupa 2012 begeistert ist, sprachen laut dem Firmengründer und Geschäftsführer vor allem zwei technische Aspekte. „Zum einen gefällt mir das rotative Prinzip, bei dem zuerst alle Beilagen gesammelt und dann eingesteckt werden – was insbesondere bei vielen Beilagen ein grosser Vorteil ist. Zum andern ist der FlexLiner die optimale Lösung für Beilagen in Beilagen, ist das doch ein erfolgreiches Geschäftsmodell unseres Hauses.“

BT.: Der neue FlexLiner von P.V.S. hat einen Anleger fürs Hauptblatt sowie acht Beilagenanleger.

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