Öl im Papier: Verpackungsindustrie kritisiert Zeitungsverleger

MEDIEN VERLAGE

Vertreter der Lebensmittel- und der Verpackungsindustrie haben die Druckindustrie in jüngster Zeit verstärkt aufgefordert, auf mineralölfreie Druckfarben umzustellen: Nun hat der Bundesverband Druck und Medien e.V. (bvdm), Berlin, bezüglich der Mineralölproblematik Position bezogen.
Das Thema Gesundheits- und Verbraucherschutz und insbesondere die Umstellung auf mineralölfreie Farben habe auch für die grafische Druckindustrie einen hohen Stellenwert und sei Gegenstand diverser Forschungsvorhaben, heißt es in einer Stellungnahme. Verleger, Zeitungsdrucker und Druckfarbenhersteller arbeiten demnach an möglichen alternativen Farbrezepturen.
Anstoß für dieses Statement war ein Vorstoß des Bundes für Lebensmittelrecht und Lebensmittelkunde e.V. (BLL), Berlin, der Zeitungsverleger aufgefordert hat, auf mineralölfreie Druckfarben umzustellen, um auf diese Weise die Haupteintragsquelle von Mineralöl-Stoffgemischen wie MOSH und MOAH in Lebensmitteln von vornherein auszuschließen.
„Alle Beteiligten des Recyclingprozesses müssen zusammenarbeiten, um langfristig niedrigste Rückstandswerte zu erzielen und zwar in Materialien, die nicht als Lebensmittelverpackung eingesetzt werden, sondern als Lager- und Transportkartons. Von diesen geht immer noch ein Kontaminationsrisiko aus für Lebensmittel, die mit größter Sorgfalt hergestellt wurden“, sagte der BLL-Hauptgeschäftsführer Christoph Minhoff.
Die Verantwortung liege also nicht nur auf den Schultern der Lebensmittelwirtschaft, vielmehr müsse der Zeitungsdruck seiner gesellschaftlichen Verpflichtung endlich nachkommen.

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