Neuer Rollen-Riese: Goss und Manroland fusionieren

Wettbewerbshüter fürchten marktbeherrschende Stellung im Rotationsgeschäft

Manroland web systems und das Drucksystemgeschäft von Goss International, beide derzeit führende Hersteller und Servicedienstleister für Rollenoffsetdrucksysteme für Zeitungen, Illustrationsprodukte und Verpackungen, planen zu fusionieren. Manroland gehört zur Lübecker Possehl-Gruppe, Goss International ist seit 2015 im Portfolio des US-Finanzinvestors American Industrial Partners (AIP).

Das neue, kombinierte Unternehmen werde von einer sich ergänzenden geographischen Marktpräsenz profitieren, weitreichende Synergien haben, den langfristigen Bestand sichern und nutzenorientierte Lösungen insbesondere im Bereich des Systemgeschäftes und des Service ermöglichen, heißt es bei Manroland.  Die neue Einheit soll künftig der starke Partner aller internationalen Rollendruckereien sein. Vorbehaltlich der Zustimmung der Kartellbehörden soll der Zusammenschluss bis spätestens Mitte des Jahres 2018 realisiert sein. Wobei aber bereits erste Bedenken gegen solch einen Zusammenschluss formuliert wurden. Damit würde nämlich ein weltweit marktbeherrschendes Unternehmen entstehen.

AIP nennt auf seiner Website für Goss einen Jahresumsatz von umgerechnet 172 Millionenn Euro, Manroland Web Systems hat nach letzten eigenen Angaben im Jahr 2016 einen Umsatz von 242 Mio. erzielt.

Das Goss-Geschäftsfeld für Rollenwechsler und Trocknungssysteme („Contiweb“) ist nicht in die Transaktion eingebunden. Contiweb soll als unabhängiges Unternehmen im Besitz von AIP weitergeführt werden.

Zukunft gestalten durch zielgerichtete Konsolidierung zweier starker Unternehmen

Alexander Wassermann, CEO von manroland: „manroland ist auf einem nachhaltigen Erfolgsweg. Wir wollen diesen Weg fortsetzen und stärken, indem wir durch zielgerichtete Konsolidierung Synergien, die Weiterentwicklung unserer F&E-Aktivitäten und unsere Innovationskraft stärken. Unsere Kunden werden aus einem noch breiteren Portfolio von Produkten und Dienstleistungen auswählen können“. Mohit Uberoi, CEO von Goss unterstreicht: „Diese Kombination wird es uns ermöglichen, weitreichende Synergieeffekte zu nutzen. Diese werden uns dabei unterstützen, unsere Kunden optimal in die Zukunft zu begleiten. Die Kombination ist der Schlüssel für ein nachhaltig erstklassiges Produktangebot und einen exzellenten Kundenservice.“

Die Anteilseigner von manroland web systems und Goss International, die Lübecker Possehl-Gruppe und American Industrial Partners (AIP), werden beide am neuen, kombinierten Unternehmen beteiligt bleiben.

Kombination innovativer Produkt- und Service-Angebote

Das neue Unternehmen setzt auf die verbundenen Kompetenzen seiner Mitarbeiter und wird seine Aktivitäten im Bereich innovativer Rollendrucksysteme, Dienstleistungen, Verbrauchsmaterialien und Systemkomponenten für den Zeitungs- und Illustrations-, Verpackungs- und Digitaldruckmarkt weiter ausbauen. Neben dem Neumaschinen- und Servicegeschäft soll insbesondere das Geschäft mit Retrofits und Upgrades wachsen. Desweiteren soll Wachstum aus dem systematischen Ausbau der E-Commerce Aktivitäten generiert werden.

Das neue kombinierte Unternehmen wird mit einem breiten Produktprogramm der leistungsstarke Partner für alle Rollendruckereien sein. Gemeinsames Ziel ist es, die exzellente Performance der Kunden mit einem Ansatz des ‚Besten vom Besten’ von manroland web systems und Goss noch intensiver zu begleiten. Das aktuelle Geschäft beider Unternehmen wird durch den Zusammenschluss nicht beeinflusst werden.

Die Geschäftsleitung von manroland web systems und der Gesellschafter L. Possehl haben am 3. März gemeinsam Betriebsrat und IG Metall über den geplanten Zusammenschluss informiert. Vertreter aller Parteien treten nunmehr in Gespräche über die konkrete Ausgestaltung dieses zukunftsgerichteten Vorhabens und die Auswirkungen auf die Mitarbeiter. Gesellschafter L. Possehl und Geschäftsleitung verfolgen das Ziel, am Ende eines offenen Dialogs mit Betriebsrat, Belegschaft und Gewerkschaft einen mehrjährigen Zukunftspakt für den Standort Augsburg zu schließen.

Bild: Goss made in Augsburg…

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