KBA: 30 Mio. Vorsteuergewinn bei einer Milliarde Umsatz

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Die vom Druckmaschinenhersteller Koenig & Bauer AG (KBA) für das Geschäftsjahr 2015 vorgelegten Konzernzahlen unterstreichen den erfolgreichen Konzernumbau in den letzten beiden Jahren. Mit 1.025,1 Mio. Euro erreichte der Konzernumsatz den prognostizierten Wert von über 1 Mrd. Euro. Der Rückgang gegenüber 2014 (1,1 Mrd. Euro) resultiert aus dem Wertpapiergeschäft und den durch die Neuausrichtung erwarteten geringeren Erlösen im Segment Digital & Web. Beim Konzernergebnis vor Steuern von 29,7 Mio. Euro (2014: 5,5 Mio. Euro) lag die Umsatzrendite mit 2,9 % über der prognostizierten EBT-Marge von bis zu 2 %. CEO Claus Bolza-Schünemann: „Dem strategischen Ziel, die Umsätze in den Wachstumsmärkten Verpackungs- und Digitaldruck zu steigern und dadurch die Abhängigkeit vom zyklischen Sicherheits- und medienorientierten Publikationsdruck zu reduzieren, sind wir ein gutes Stück nähergekommen. Bei Neumaschinen liegt der Verpackungsanteil inzwischen bei ca. 70 %, gefolgt vom Sicherheitsdruck mit ca. 20 %. Der Anteil mediennaher Bereiche beträgt nur noch rund 10 %.“
Das 2015 verkleinerte Segment Digital & Web hat im Schlussquartal mit einem EBIT von +1,3 Mio. Euro den Turnaround geschafft. Trotz des geringen Jahresumsatzes von 98,4 Mio. Euro hat sich das Segmentergebnis im Umbaujahr gegenüber 2014 von –13,3 Mio. Euro auf –10,9 Mio. Euro verbessert. Angesichts des um 22,7 % auf 117,8 Mio. Euro gestiegenen Auftragseingangs soll Digital & Web Ende 2016 wieder einen höheren Umsatz und schwarze Zahlen ausweisen. Von der Kooperation mit HP im Sektor Wellpappen-Verpackungen und den eigenen RotaJET-Baureihen erwartet KBA einen wachsenden Beitrag des Digitaldruckgeschäfts.
Jedenfallshätten 2015 die Druckmaschinenhersteller von der gut laufenden Konsumgüterkonjunktur profitiert. Lt. VDMA-Statistik lag der Auftragseingang bei Druckereimaschinen 2015 real um 8,8 % über dem Vorjahr. Seit dem vierten Quartal 2015 ist eine Abschwächung der Nachfrage in China und anderen Märkten erkennbar.
Dazu der KBA-Vorstand im Konzernbericht: „Es ist keine leichte Aufgabe, den erwarteten Minderumsatz im großen Einzelmarkt China durch mehr Geschäft in anderen Ländern zu kompensieren. Unser erweitertes Portfolio für den wachsenden Verpackungs- und Digitaldruckmarkt sowie die starke Stellung in weniger konjunktursensiblen Spezialmärkten wie den Sicherheitsdruck sind dabei hilfreich. Die gute Auftragslage sichert die Auslastung unserer Kapazitäten bis zur drupa Ende Mai. Dank neuer Produkte für die im Fokus stehenden Zukunftsmärkte erwarten wir von der Messe einen Nachfrageschub für das zweite Halbjahr.“
Falls sich die Bedingungen für das weltweite Geschäft nicht wesentlich verschlechtern, strebt der Vorstand für 2016 einen Umsatzanstieg auf rund 1,1 Mrd. Euro und eine EBT-Rendite zwischen 3 % und 4 % an. Angesichts des volatilen Umfelds will das Management die Prognose im Zuge der Quartalsberichte weiter präzisieren.

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