Ferag: Effizientere Prozesse im Versandraum

Personalisierung der Beilagenstruktur einer Zeitung reduziert Vertriebskosten.

Kontinuierlich bringt die Schweizer Ferag neue oder weiterentwickelte Technologien in den Markt, welche innovativen Zeitungsverlegern und -druckereien verbesserte Erlösmöglichkeiten oder Kostenreduktion ermöglichen sollen. Bei der IFRA World Publishing Expo 2018, die vom 9. bis 11. Oktober 2018 in der Messe Berlin stattfindet, rückt Ferag unter anderem das „Personalisierte Einstecken“ in den Fokus. Es gibt neue Anwendungsmöglichkeiten für das TapeFix-Modul und einen neu entwickelten Einzelblattanleger.

 

Personalisiertes Einstecken

In der Personalisierung der Beilagenstruktur einer Zeitung steckt noch sehr viel Potenzial. Wenn beispielsweise Zeitungverlage über ihre Abonnenten so gut Bescheid wissen, dass Beilagen zielgruppengerecht eingesteckt werden können, würde dies den entsprechenden logistischen Aufwand erheblich reduzieren. Gleichzeitig könnten die Vertriebskosten gesenkt werden. Die technische Seite der Aufgabenstellung wurde durch Ferag bereits gelöst: Eine entsprechende Softwarelösung ermöglicht die „garantierte Personalisierung“ und die gangfolgensortierte Bildung der Pakete. Ferag-Einstecksysteme neuester Generation sind für die individuelle Zusammenstellung der Collationen bereits vorbereitet. So bald eine einzelne Beilage vom Stapel abgezogen wird, ist sie bereits fix einer Zustelladresse zugeordnet.

TapeFix zum Schließen des Druckproduktes

Neues Denken ist auch am Ende des Einsteckprozesses angesagt: Bereits im Rahmen der IFRA-Expo 2014 hatte Ferag das TapeFix-System vorgestellt. Die selbsthaftenden Streifen waren zunächst dafür gedacht, zusammengetragene Werbebeilagen-Bündel fu¨r den Direktvertrieb zusammenzuhalten, ohne dass ein separates Mantelprodukt benötigt wird. Die bisher eingesetzten TapeFix-Module spenden deshalb an der Bundseite auf. Dieses Jahr nun präsentiert Ferag eine Variante – genannt TapeFix Blume –, die das Schließen einer Zeitung oder Zeitschrift per problemlos ablösbarer Klebestreifen auf der offenen Seite erlaubt. Damit können die Beilagen eines Druckproduktes während des Zustellungsprozesses gegen Herausfallen gesichert werden. Diese Produktsicherung soll den Vertriebs- und Postorganisationen helfen, auf die unter Umweltgesichtspunkten stets kritisch gesehene Einzelfolierung zu verzichten.

Optimierung des Beilagenhandlings

Gerade wenn es um das Einstecken von Beilagen geht, vertrauen viele Zeitungshäuser auf bewährte Prozesse und das Know-how langjähriger Mitarbeiter. Als Ferag vor einigen Jahren sein Software-Angebot durch den „Optimizer“ ergänzte, zeigte sich aber bei den Anwendern, dass es durchaus sinnvoll ist, gerade für komplexe Aufträge mit wechselnden JetFeeder-Belegungen verschiedene Varianten durchzuspielen. Der „Optimizer“ kann dabei helfen, zeitsparendere Varianten mit weniger Materialbewegung und optimaler Anleger-Nutzung zu finden. In diesem Zusammenhang kann auch der neue SingleSheetFeeder sehr interessant sein. Das Spezialmodul ist für Einzelblätter ausgelegt und verfügt dafür über einen besonders großen – und somit wenig Bedienpersonal erfordernden – Speicher.

Retrofit-Lösungen

Generell ist mit dem in manchen Ländern stark gestiegenen Beilagenaufkommen die Weiterverarbeitung stärker ins Blickfeld gerückt – als ein Produktionsbereich, der zunehmend Mehrwert für die Verlagskunden und Leser generiert. Mit der Auslastung wuchsen auch die Anforderungen an die Produktionssicherheit des Systems. Dies sei Grund genug für viele Firmenverantwortliche, sich mit den Service-Paketen der Ferag oder ihren massgeschneiderten Retrofit-Lösungen auseinanderzusetzen, heißt es. Während der langen Lebensdauer vieler Ferag-Systeme kann es vorkommen, dass Hardware-Komponenten, etwa bei der Steuerungselektronik, nicht mehr verfügbar sind. Durch Retrofit-Massnahmen können ältere, oft mechanisch absolut zuverlässige Systeme eine Laufzeitverlängerung erfahren.

PRA-Plus und MSD/RSD

Im Zentrum vieler Versandraum-Konfigurationen steht die zentrale Liniensteuereinheit PRA-PC, die Funktionen wie das regionalisierte Einstecken, die Einzeladressierung der Produkte per Inkjet oder die programmierte Paket-Produktion ermöglicht. Seit 2013 bietet die Ferag ihren Kunden das Nachfolgemodell  PRA-Plus an, die mit dem Internet-Adressierprotokoll IPv6 und modernen Netzwerkarchitekturen voll kompatibel ist. Mit PRA-Plus können die Kunden auch in Zukunft alle bisherigen Ferag-Maschinentechnologien steuern, ohne dass dort Veränderungen vorgenommen werden müssen. PRA-Plus kann zudem über beide Oberflächen bedient werden: die bisher vom PRA-PC bekannte „DOS“-Oberfläche oder eine moderne Windows-Oberfläche, wie sie auch der Ferag Navigator verwendet. PRA-Plus läuft unter dem Debian Linux Betriebssystem. Der Umstieg auf PRA-Plus erfüllt dann auch die Voraussetzung für den Umbau der Einstecktrommeln MultiSertDrum bzw. RollSertDrum auf die aktuelle ECB-Steuerungstechnologie, die in jeder Hinsicht Sicherheit für die Ersatzteilversorgung und die Softwareaktualisierung verspricht.

JetFeeder

Zu den wichtigsten Komponenten jeder Einsteckanlage gehören die Anleger, die an viele unterschiedliche Produkte anpassbar und dennoch extrem zuverlässig sein müssen. Dabei leisten die JetFeeder von Ferag immer wieder Erstaunliches: So hatten im Druck- und Pressehaus Naumann in Gelnhausen (Deutschland) die einzelnen JetFeeder teilweise 160 bis 180 Mio. verarbeitete Beilagen aufzuweisen, als sich das Unternehmen im Jahr 2015 für ein umfangreiches Retrofit-Paket entschied. Ferag überzeugte nicht nur hier mit dem richtigen Mix aus Leistungsangebot, Kostenniveau und Qualitätsgarantie. Entsprechend einem „Ampel“-Konzept (rot/gelb/grün je nach Dringlichkeitsstufe) wurden die Verschleißteile des Gesamtsystems bei Naumann nach und nach ersetzt und so alle 25 JetFeeder durch Ferag-Techniker für die kommenden Jahre „fit gemacht“. Ein Modell, das für viele Zeitungsdruckereien sinnvoll sein kann.

 

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