Editorial

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Zweifelsohne, es sind schwierige Zeiten für die Druckbranche – insbesonders für die Hersteller gedruckter Medien oder großvolumiger gedruckter Werbung. Personalisiertes, Kleinauflagiges, digital Geducktes hat den Massenprodukten in vielen Bereichen den Rang abgelaufen. Eine Entwicklung die auch der Bogenoffsetdruck bereits heftig zu spüren bekam. Aber massiv waren die Einbrüche im rotativen Bereich: Sinkende Auflagen bei Tageszeitungen und Publikumszeitschriften, im Beilagendruck oder breit gestreuten Prospekten.

Natürlich haben sich Verlage, Drucker und Dienstleister angepaßt. Die einen, wenigen, haben voll in neue, schnellere und Hochqualitative Technologien investiert, die anderen – wohl die Meisten – versuchen seit einiger Zeit aus ihrem vorhandenen Maschinen so viel wie möglich herauszupressen. Etwas Retrofit vielleicht, und das eine oder andere Zusatzaggregat vielleicht, um doch noch etwas mithalten zu können…

Allein bei den Neuinvestitionen in Druckmaschinen hat sich das jährliche Investitionsvolumen um 90 % reduziert. Sind zum Beispiel 2006 noch jährlich um 2 Milliarden Euro High Volume-Zeitungsrotationen angeschafft worden, sind es 2016 gerade einmal knapp 200 Millionen gewesen. Ein ähnliches Bild bei den Illustrationsdruck-Offsetrotationen. Und Tiefdruck-Jubos sind sowieso tote Technologie.

Fast im gleichen Verhältnis sind die Investitionen in die Nachverarbeitung, den Versandraum eingebrochen. Wobei die Zulieferer aber hier den Vorteil hatten,  mit dem Argument Einsparen durch höhere Effizienz noch einige Neuinstallationen lukrieren zu können.

Lange Zeit verschont geblieben von dieser Entwicklung ist der Bereich Preproduction. Die Verlage drängten sich ins Internet, die Softwarehersteller wetteiferten damit, ihren potentiellen Verlagskunden die Medienkonvergenz schmackhaft zu machen. Das Heil lag im Online-Business. Aber auch hier sind mittlerweile alle Felder abgegrast und der Hype mit einem Gratis-Internetauftritt die Leser vor den Schirm zu locken und auf diese Weise neue Werbe-Millionen zu generieren ist längst verflogen…

Die Heavy Metal Zulieferer sind mittlerweile voll auf die Bremse gestiegen. Haben sich entweder über eine Insolvenz zwangsverkleinert und entschuldet, sich neu strukturiert – oder fluchtartig die Branche oder unsere Hemisphäre verlassen.

Im Softwarebereich haben einige, die noch die Substanz hatten, sich nach neuen Geschäftsfeldern orientiert – oder sie tümpeln, wenn sie nicht schon untergegangen sind –  gerade noch so herum…

Schwierige Zeiten auch für uns als Fachmedium. Vor 10 Jahren haben wir weit über 100 Seiten pro Ausgabe mit Berichten und News füllen können. Die Werbekassen der Zulieferunternehmen waren voll. Heute wird für angeblich zukunftsträchtigere Bereiche geworben.
Das heißt, auch wir müssen uns nach der Decke strecken.  Wir sind immer noch der Meinung, dass unsere Branche eine äußerst spannende ist und deshalb wollen wir auch in Zukunft weiter über Newspaper & Webtech berichten – angepaßt: Mit einem regelmäßig zum Monatsbeginn erscheinenden Online-Magazin hier auf www.newstech.de/net in dem wir allen interessierten Branchenbegleitern speziell für die Branche ausgewählte Berichte und Informationen anbieten. Natürlich werden wir auch zwischendurch bei Breaking News updaten. Und Ende September mit einer großen Print-Ausgabe, in der wir – quasi als Branchen-Almanach – die großen Stories in gedruckter Form anbieten und Hintergründe und Zusammenhänge beleuchten. Damit Sie wissen was wirklich läuft…

 

Ihr Rudolf Messer

 

 

PS:: Natürlich können die Branchenzulieferer auch zukünftig werblich in Newspaper & Webtech bzw. auf der Online-Plattform www.newstech.de/net präsent sein. Sei es durch Monatsbanner oder Inserate. Punktgenau erreichen Sie so Ihre Zielgruppe. Gerne unterbreiten wir Ihnen ein passgenaues Angebot…

 

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