Chemnitzer Verlag: Industrieproduktion statt Zettelwirtschaft

Retrofit- und Erweiterungsprojekt für 20 Anleger an drei Einstecklinien

Für die Chemnitzer Verlag und Druck GmbH & Co. KG ist das Geschäft mit Werbeprospekten und Beilagen ein wichtiges Standbein. Über die Jahre wurden die drei Einstecklinien von Ferag auf jeweils 16 Anleger ausgebaut. In einem  Retrofit- und Erweiterungsprojekt erhöhte Ferag diese Zahl auf 20 und brachte sowohl Paketierung als auch Steuerung auf den neuesten Stand.

Aushängeschild des Verlages ist die Tageszeitung „Freie Presse“. Mit einer verkauften Auflage von rund 229.000 Exemplaren und 19 Lokalausgaben ist sie eine der auflagenstärksten regionalen Tageszeitungen Deutschlands. Zusätzlich werden in Chemnitz die Wochenblätter „Blick“ und „Wochenspiegel/Lokalanzeiger“ mit einer Gesamtauflage von über 1,8 Mio. Exemplaren pro Woche produziert und komplett regionalisiert.

Das Einsteck-Volumen, das die Chemnitzer zu bewältigen haben, wuchs von Jahr zu Jahr. Kein Wunder, dass in Chemnitz wieder zusätzliche Einsteckkapazität benötigt wurde. Gerade zu Spitzenzeiten wie Ostern oder Weihnachten mussten aus Kapazitätsgründen bislang ausgewählte Einsteckungen manuell aufkommissioniert und dem Zustellapparat zugeführt werden – ein Zustand, der dem Technischen Leiter des Druckzentrums in Chemnitz ein Dorn im Auge ist. „Wir wollten, über alle Teilprozesse betrachtet, weg von dieser Zettelwirtschaft hin zu einer industriellen Produktion“, erklärt Erik Hofmann.

In einem umfangreichen Retrofit- und Erweiterungsprojekt wurden die bestehenden MSD-Linien jeweils um vier JetFeeder-Anlegestationen ergänzt, so dass jetzt insgesamt 20 Beilagen in ein Zeitungsprodukt eingesteckt werden können. Mit kleineren Retrofit-Maßnahmen sorgten die Ferag-Techniker dafür, dass die MSD-Einstecktrommeln auch die größeren Mengen zuverlässig verarbeiten können. Und um auch im Paketierbereich noch mehr Leistungsfähigkeit und Qualität zu garantieren, wurden die vorhandenen neun MultiStack-Kreuzleger umfassenden Retrofit-Maßnahmen unterzogen und zusätzlich um zwei neue Kreuzleger ergänzt. „Alles, was bei den Platzbedingungen in Chemnitz möglich war, haben wir mit Ferag umgesetzt. Die Herausforderung war, alte und neue Aggregate so zu integrieren, dass alles Hand in Hand funktioniert“, so Erik Hofmann.

Nachdem das Kernprojekt in der Zeit von Herbst 2016 bis Frühling 2017 pünktlich abgeschlossen werden konnte und alle Maschinen laufen, stand noch die Optimierung der übergeordneten Steuerung auf dem Plan. In Zusammenarbeit mit den IT-Spezialisten vor Ort stellte Ferag die Steuerung von PRA-PC auf PRA-Plus um. Die neue Liniensteuerung bringt Ferag-Versandraumsysteme älterer Generation auf den Stand der Technik und ermöglicht die Installation moderner Software.

Einen Vorteil hat Erik Hofmann im Falle der TriLiner für das Aufkleben von Karten oder Stickern schon ausgemacht: „Durch die Einbindung können wir jetzt nicht mehr nur tourengenau, sondern regionalisiert aufspenden und der Kunde kann sich für einen genauen Postleitzahlen-Bereich entscheiden.“ Doch nicht nur die Verbesserung für diese beliebte Werbemöglichkeit stand in Chemnitz im Fokus. Eine dynamische Paketbereitstellung und eine hohe Output-Geschwindigkeit waren ebenso wichtig wie die Gewichtserhöhung der Endprodukte von 600 auf 800 Gramm. Für das Unternehmen waren die umfangreichen Retrofit- und Erweiterungsmaßnahmen auch wirtschaftlich die richtige Entscheidung: „Ich vermute, dass sich die Investition schon in drei bis vier Jahren gerechnet haben wird“, so Erik Hofmann.

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