Ausgeblochert: Tamedia will Basler Zeitung übernehmen

Aber Wettbewerbsbehörde will wegen Marktverstopfung ausführlich prüfen – Entscheidung erst im Dezember.

Seit April war es offiziell. Der Schweizer Ex-Bundesrat (eine Position dem Bundespräsidenten ähnlich) und rechtsorientierte Politiker Christoph Blocher verkauft seine Basler Zeitung (BaZ) an die Tamedia AG. Was bei den Eidgenossen zu einem Storm der Entrüstung führe. Ist die Tamedia ohnehin schon der größte schweizer Medienkonzern und druckt bereits mehr als die Hälfte der schweizerischen Zeitungsauflage. Am 7.August hat nun die Eidgenössische Wettbewerbskommission (Weko) nun mitgeteilt, sie werde die geplante Übernahme der Basler Zeitung durch Tamedia vertieft prüfen. Ein definitiver Entscheid sei erst im Dezember 2018 zu erwarten.

Damit verzögert sich auch der im Gegenzug geplante Vollzug des Kaufs der beiden Zeitungen Tagblatt der Stadt Zürich sowie Furttaler und Rümlanger durch die Blocher´sche Zeitungshaus AG, der bisherigen Eigentümerin der BaZ.

Es bestehen Anhaltspunkte, dass der Zusammenschluss in den Märkten für Inserenten von Stellen-Rubrikanzeigen in Print und Online in der Deutschschweiz und im Raum Basel eine marktbeherrschende Stellung begründen oder verstärken könnte, wie die Weko am Dienstag mitteilte.

Weiter bestünden Anhaltspunkte für die Begründung oder Verstärkung einer kollektiven Marktbeherrschung im Lesermarkt für Tageszeitungen im Wirtschaftsgebiet Basel, im Markt für die Bereitstellung von nationaler Print-Firmenwerbung in der Deutschschweiz und in den Märkten für Inserenten von Immobilien-Rubrikanzeigen in der Deutschschweiz und im Wirtschaftsgebiet Basel.

Daher werde die Weko vertieft prüfen, wie sich der geplante Zusammenschluss auf den Wettbewerb auswirke. Die Prüfung habe innerhalb der gesetzlichen Frist von vier Monaten zu erfolgen, hält die Weko weiter fest.

Formularende

Tamedia geht von Zustimmung aus

In einer Mitteilung schreibt Tamedia, sie gehe unverändert von einer Zustimmung der Wettbewerbsbehörde aus, da sie bisher keine auf die Region Basel fokussierte Geschäftstätigkeit aufweise. Ein Entscheid sei bis spätestens Ende Jahr zu erwarten.

Wie die Basler Zeitung in das Netzwerk von Tamedia integriert werden soll und wer Nachfolger wird von Markus Somm, der die Chefredaktion der Basler Zeitung bis Ende 2018 abgibt, werde zu einem späteren Zeitpunkt informiert.

Mitte April haben Christoph Blocher und Pietro Supino bekannt gegeben,  dass Blocher die BaZ an Tamdia verkaufen werde.  Die 1977 durch die Fusion der linksliberalen National-Zeitung mit den bürgerlich-konservativen Basler Nachrichten entstandene BaZ hat heute noch 99.000 Leserinnen und Leser (Mach-Studie), bei einer Auflage von 46.353 Exemplaren (WEMF, mit Replica). Das bis jetzt der Tamedia gehörende wöchentlich erscheinende Tagblatt der Stadt Zürich liegt bei 126.594 Exemplaren; als Amtsblatt der Stadt wird es in die meisten Haushalte verteilt. Blocher sollte im Gegenzug für den BaZ-Verkauf 65 % der Anteile am Tagblatt der Stadt Zürich erhalten.

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