Auch Heer Medien Gruppe will sich in Eigenverwaltung sanieren

Insolvenz nach erheblichen, ungeplanten Umsatzrückganz sowie Preisanstieg bei Energie und vor allem Papier

Die Heer Medien Gruppe aus Sindelfingen hat nach den neuen Regelungen des Konzerninsolvenzrechts einen Antrag auf ein Gruppenverfahren als vorläufiges Eigenverwaltungsverfahren gestellt. Das Unternehmen hat Standorte in Sindelfingen, Korntal-Münchingen, Nürnberg und Ettlingen. Zur Heer Medien Gruppe gehören unter anderem die Heer Medienholding GmbH, die Körner Druck GmbH & Co. KG, die WPM Druck GmbH, die Walter Digital GmbH sowie die Kraft Premium GmbH. Mit konsolidierten 120 Millionen Euro Umsatz, rund 550 Mitarbeitern, sechs Rollenoffsetrotationen, drei Bogenoffsetmaschinen sowie Digitaldruck und Druckweiterverarbeitung ist die Heer Gruppe einer der größten Hersteller von Katalogen, Broschüren, Verzeichnismedien und Werbebeilagen in Deutschland.

Auslöser für das Sanierungsverfahren waren laut Antrag “unter anderem ein erheblicher, ungeplanter Umsatzrückgang in den Monaten Mai, Juni und Juli 2018 sowie ein Preisanstieg bei Energie und vor allem Papier von bis zu 20 Prozent, der nicht an die Kunden weitergegeben werden konnte”. Die Gründe für den Umsatzrückgang sind laut Insolvenzverwalter noch nicht abschließend analysiert. „Der Kapitalbedarf für die Deckung des durch diese Umstände entstandenen Liquiditätsloches ist so hoch gewesen, dass die Gesellschafter diesen nicht mehr darstellen konnten. Auf der Basis eines vernünftigen und nachhaltigen Sanierungskonzeptes sind die Gesellschafter aber bereit, sich weiter zu engagieren“, so Tino Heer, der geschäftsführende Gesellschafter.

Nach Angaben von Insolvenzverwalter Jochen Sedlitz liegt bereits seitens der Gesellschafter ein Konzept vor, wie die Gruppe langfristig und nachhaltig fortgeführt werden könne. Dieses werde man prüfen und gegebenenfalls umsetzen. „Wir werden aber auch nach Investoren suchen, die sich beteiligen oder die Gruppe übernehmen. Es muss im Interesse der Mitarbeiter und der Gläubiger nach der bestmöglichen Lösung gesucht werden“, so Sedlitz. Man habe jetzt erst einmal zwei Monate Zeit, die Sachlage aufzuarbeiten und das Sanierungskonzept zu prüfen. Dann werde man auch in die Umsetzung gehen. Geplant sei, die Gruppe bis Ende des Jahres spätestens wieder aus dem Insolvenzverfahren „entlassen“ zu können.

Das Amtsgericht in Stuttgart hat nach den neuen Regelungen des Konzerninsolvenzrechts ein Gruppenverfahren als vorläufiges Eigenverwaltungsverfahren angeordnet und Martin Mucha aus der Kanzlei Grub Brugger & Partner in Stuttgart zum vorläufigen Sachwalter bestellt.

 

Im Bild eine Rotation samt Papierlager bei WPM Druck, einem Unternehmen der Heer Medien Gruppe

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